Mal ganz andere Töne, die angeschlagen werden

 

Des Nachts, wenn alles in diesem Hause schlafen will, machen sich so manche Geräusche von der Straße und aus dem Innern dieses Hauses in den Ohren der Bewohner breit. Die meisten nehmen es nur unterbewusst wahr, schlafen sie doch den süßen Schlaf der Unbeteiligten, hören nichts von ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen. Aber so mancher kann nicht schlafen. Ich weiß nicht, ob es neben mir noch jemand andern gegeben hat, aber eines ist sicher: Ich habe gehört, was hier heute Nacht so los war. Da war zum einen die Gruppe Jugendlicher, die auf der Treppe vor meinem Hause skandierte: “Was ist mit dem Interclub? – URLAUB! URLAUB!” und dabei die eine oder andere Bierflasche zum Bersten brachten.

 

Dann wäre da noch das Pärchen von oben, dass sich mal wieder lautstark darüber auseinandersetzte, wer  denn nun zu nachtschlafender Zeit mit Pluto vor die Tür gehen würde.

 

Und nicht zu vergessen wäre da der Typ mit der neuen 5.1-Sourround-Sound-Anlage, die er gleich mal testen musste. Anscheinend war er sich aber nicht der Durchschlagskraft seiner Boxen bewusst, die ihren Ton durch die Wände und Wasserleitungen im ganzen Haus verteilten.

 

So war es denn dem geneigten und ungeneigtem Zuhörer nicht versagt worden, den Film, den er sich zu Gemüte führte, entgehen zu lassen. Und gerechtfertigter Weise schaute er ihn sich um die Uhrzeit an, denn solche Filme laufen meist unter der Bezeichnung “Blue Movie” und ganz bestimmt nicht im Kinderprogramm.

 

Ein kleiner Mitschnitt eines Dialogs zwischen zwei Frauen, denn dieser Film schien überraschend dialoglastig zu sein:

 

„Warte, ich will dir mal was zeigen…“

 

„Na, da bin ich ja mal gespannt.“

 

„Siehst du?“

 

„Na und? Du bist nackt!“

 

„Und ich bin wunderschön. Findest du nicht?“

 

„Ja, aber manche stehen auf den dunklen Typ.“

 

„Ich weiß, dass ich gut angekommen bin, ich habe nämlich sogar mit einem gef… (das andere Wort für Beischlaf).“

 

„Du auch?“

 

„Hmhm.“

 

„Ich auch!“

 

„Was?“

 

„Ehrlich!“

 

„Nein, das ist nicht wahr!“

 

„Das ist die Wahrheit.“

 

„Oh nein!“

 

„Doch!“

 

„Puuh… Wirklich?“

 

„Ja, es war so!“

 

„Und jetzt? Was sollen wir jetzt tun?“

 

„Hm…“

 

„…“

 

„Du hast nen wundervollen Busen, weißt du das?“

 

„Ja?“

 

 

 

Was dann folgt, war nicht mehr wirklich zu verstehen, war es doch ein Zusammenschnitt diverser Gefühlsausbrüche und andere verbaler Äußerungen, die hier ihr Ohr nicht finden sollen.

 

Ich danke dem Herren mit offenem Fenster und offener Hose für die mitternächtliche Belustigung und verbleibe mit ergebenstem Dank.

 

 

 

 

Song des Tages:

Zirkus – Mia

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