Wovon träumt ein Igel?

Der Igel tappste einsam durch den Regen. Plitschplatsch machte es in der Pfütze links von ihm. Plitschplatsch in der Pfütze direkt vor seiner Nase.„Na toll!“, dachte sich der Igel. „Na toll. Jetzt ist es alles nass hier. Der ganze Rasen, das ganze Laub. Alles nass. Da hole ich mir doch einen Schnupfen.“ Er merkte, dass es in seiner Igelnase anfing zu kribbeln. „Da, geht schon los. Toller Herbst“, sagte er laut. Denn es war schon Herbst geworden. Und jeder, der es nicht gemerkt haben sollte, sollte es nun hören. Ach, wie freute er sich über den schönen Spätsommer. Es war nicht zu warm, es war nicht nass. Es war das wunderbarste Igelwetter. Er lag den ganzen Tag im Gras, auf dem Rücken und ließ sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Nur manchmal störten ihn die Kinder, wenn sie ihn mit dem Stock anstupsten, weil er wie tot auf dem Rücken lag. Da hat er sich dann einfach wieder auf den Bauch gedreht und ist weiter weg von den neugierigen und frechen Kindern getappst.Doch nun war es kein Sommer mehr. Es regnete und es war kalt. Es war Herbst. Und alles Laub war nass. Doch der Maulwurf war ein kluger Maulwurf und hatte, als es noch nicht geregnet hatte, einen ganz, ganz großen Haufen Laub zusammengetragen. Der war mindestens so groß wie die Kinder. Und zu diesem Haufen im Wald war er nun auf dem Weg.Denn dort unter dem Haufen, ganz am Grund, war das Gras noch kuschelig trocken und auch die Blätter da waren nicht nass und matschig, denn sie wurden von den oberen vor dem Regen geschützt. Und als der Igel endlich sein trockenes Heim erreicht hatte, kuschelte er sich zwischen die warmen, trockenen Blätter und begann zu träumen, denn jetzt war Winterschlaf für ihn angesagt.

Wovon er träumte?

Von warmen, saftigen Frühlingswiesen. Von leuchtendem, gelben Löwenzahn, an dessen Blättern er genüsslich knabbern konnte. Von hohem Gras, in dem er sich wieder verstecken konnte, damit die Sonne ihm gemütlich auf den Bauch scheinen konnte.Und wenn er aufwachte, dann würde schöner Frühling sein…

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