Das sechste und das siebente Türchen

Ja, ich gestehe, ich habe natürlich vergessen, das sechste Türchen aufzumachen. Ich habe nicht daran gedacht, als ich aus dem Haus geflohen bin – ich wurde mit den erheiternden Worten „Guten Morgen, mein Liebling, der Nikolaus ist für dich da!!!“ – „ICH MUSS WEG!“ geweckt und realisierte dann unter Schrecken, dass dieser Lakai des Weihnachtsmanns natürlich auch meinen Wecker verstellt hatte. Also flüchtete ich gen Arbeit ohne das sechste Fensterchen aufzumachen.

Und hier der Grund, warum ich es auch nach der Arbeit vergaß, das Türchen zu öffnen:

Während der Arbeitszeit stand aber auch ein Geschäftsessen auf der Tagesordnung, also wurde wie immer ein Tisch beim Asiaten an der Ecke gebucht und das Übel nahm seinen Lauf. Denn der Asiate hatte leider schon alle seine Tische für diesen Mittag vergeben. Also schnell in den gelben Seiten nachgeschlagen und einen Ausweichasiaten herbeitelefoniert.Doch dieser Asiate hatte es in sich, denn er war ein fettleibiger, alter, unfreundlicher Mann aus dem Pott namens Lukas, der nicht im Geringsten am deutschen Hygiene-Standard interessiert war und uns auch das auch gern mitteilte. Die Folge dessen war eine Lebensmittelvergiftung beim Geschäftspartner und drei Angestellten der Firma.

Das ist auch der Grund, warum mein heutiger, siebter Tag in Ruhe zuhause verbracht wurde. Mir wurde Bettruhe verschrieben, nachdem mir im Krankenhaus der Magen ausgepumpt worden war (der Geschäftspartner war etwas schlechter dran, er liegt noch immer im Magen-Darm-Versorgungsbereich), und bekam gleichzeitig von meiner persönlichen Krankenschwester den Auftrag, einen Wunschzettel anzufertigen.

Da ich mir sehr, sehr gerne Sachen wünsche, die ich allerdings nie zu kriegen erwarte, summiert sich der Wunschzettel mittlerweile schon auf fünf DIN A4- Seiten, vollgekritzelt mit eigentlich unwichtigem Zeug wie Sonderausgaben rarer Comic-Hefte, DVD-Boxen und Special Editions und der umfangreichsten Auflistung von Unterhaltunssoftware diesseits von Silicon Valley. Ja, ich war fleißig, so macht Weihnachten doch Spaß.

Als Revanche für diese Kraftanstrengung habe ich sie natürlich auch beauftragt, einen Wunschzettel anzufertigen. Das einzige, was auf ihrem Zettel stand:

Dieses Jahr keinen Grinch, der Weihnachten kaputt macht.

Wär ja noch schöner… 

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