Das fünfzehnte Türchen

Es sind noch neun Tage bis Heiligabend, zehn bis Weihnachten. Woher ich das weiß? Nun ja, sagen wir so: Eine Weihnachtselfe hat auf dem Weihnachtsmarkt nach Weihnachtsdeko gesucht und gefunden. Und zwar einen Counter, der bis zu einem bestimmten, festgelegten Zeitpunkt rückwärts zählt. An sich ein nettes, wenn auch wenig brauchbares Accessoire, denn der Counter ist mit viel rotem und weißem Brimbamborium versehen, was eindeutig an Weihnachten erinnert. Dazu noch ein dicker Mann mit braunem Sack daneben, tja, im Sommer ist das Ding dann eher überfällig. Aber sei es drum. 

Außerdem erhielt ich Anweisung, nicht mehr über sie zu schreiben. Sie möchte nicht in meinem Blog erwähnt werden. Jedoch ist das schwierig, denn eine Vielzahl meine Ideen beruhen auf ihrer Inspiration. Sie ist meine Muse (ich wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Muße nicht das richtige Wort für diesen Sachverhalt ist) und somit dafür verantwortlich, was so in meinem Kopf vor sich geht. Nicht nur ihre zahlreichen verbalen Stilblüten, nein, alles ist Anlass für Ideen. Und diese Ideen im Sand verlaufen zu lassen, maße ich mir nicht an. Nein, das kann ich nicht. Das will ich nicht. Das will auch nicht der Mann, dem wir Weihnachten verdanken (der Erfinder von Coca Cola, laut diversen Suchmaschinen Doctor John Stith Pemberton), also bleibt es dabei. Sie und alles, was mit ihr zu tun hat, findet weiterhin Erwähnung hier. Selbst, wenn ich riskiere, aus der Wohnung und dem Universum geschmissen zu werden. Egal. 

Da ich diese Zeilen tippe, ist sie in der Küche, bereitet das Essen. Sie kocht gut, sehr gut sogar. Nicht so wie ich. Ich beherrsche eine handvoll Rezepte, die ich immer und wieder anwende, manchmal in gewissen Variationen, aber im Großen und Ganzen ist es immer wieder dasselbe.Heute hatte sie keine Lust, ihrer Küchenkreativität freien Lauf zu lassen, deswegen gibt es passend zum Freitag Fisch. Und Stampfkartoffeln (je nach Region auch Muskartoffeln oder Kartoffelmus oder sonst was). Fertiges. Aus der Tüte. Und darüber schimpft sie. Nicht über die Kartoffelpampe an sich, sondern die kleinen Gimmicks, die immer mitgeliefert werden. Ich höre, wie sie aus der Küche in meine Richtung schimpft:

„Pseudoschinkenstückchen“ schimpft sie die kleinen braunen, festen Gnubbel, die sich unters Essen gemischt haben. „Schinkenpseudostückchen“ werden die kleinen Dinger gescholten. Ich bin froh, dass ich heute nicht koche, denn dann hätte es geheißen:

Not knowing how to cook is like not knowing how to f*ck.

Sie ist ein Pool an Ideen.  Und an Zitaten.Nach dem Essen dann, sie liegt an meiner Schulter, ich auf dem Sofa, wir beide starren auf den Fernseher, eine DVD läuft, der Rotwein atmet in bauchigen Gläsern auf dem Tisch vor sich her, meint sie lapidar:

„Ich könnte sehr gut ein Leben führen mit Stil.“

Das ist alles für diesen Abend.

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