Dünn wie Papier

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„Tut es weh?“ Ihre Stimme klang sehr einfühlsam, sehr ruhig, so unwirklich, nach dem, was gerade passiert ist.

Ich nickte. Sprechen konnte ich jetzt nicht. Ich war schockiert, niedergeschlagen. All das, was sie mir entgegen geschleudert hat, hatte meine Sicht der Dinge grundsätzlich geändert. Ich starrte seit einer Weile vor mich hin, es schien mir eine Ewigkeit. Ihr wahrscheinlich auch.

„Gut. Dann weißt du, wie es sich für mich anfühlte.“ Sie stand auf. Sie war im Begriff zu gehen, mich zu verlassen. Für immer. Sie wollte es mir heimzahlen.

Ich hatte sie damals verlassen. Bin gegangen, habe sie unter Tränen hinter mir gelassen. Ich ging zu einer anderen, einer, von der ich dachte, sie sei mehr. Mehr Frau. Einfühlsamer. Mehr Mensch.

Irren ist menschlich. Ich kam zu ihr zurück. Sie nahm mich auf. Die Beziehung war dünn wie Papier

Ich hatte nicht gemerkt, dass sie mir nie verziehen hat. Sie wartete. Wartete, dass ich jeglichen Schutz wieder aufgab, dass ich sie wieder an mich heran ließ. Sie wurde wieder ein Teil von mir. Ich nicht von ihr.

Und sie nahm mich, zerknüllte mich. Wie Papier.

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