Bewusst sein.

Ich kann den Sternenhimmel sehen. Wenn ich die Augen öffne, ist da nur die graue Decke. Die graue Decke, die einst weiß war. Wir beide haben sie weiß gemacht, grundiert, damit wir unsere Träume auf ihr malen können.

Wenn ich die Augen wieder schließe, sehe ich den Sternenhimmel. Die Millionen von Sterne, die mich anfunkeln, mir Licht entgegen senden, das Milliarden Kilometer weit gereist ist, hunderte, tausende Jahre alt ist. Doch das Licht, das ich nun sehe, kommt aus mir. Auch hier ist es Milliarden Kilometer gereist, auch eine Ewigkeit. Aber es ist nicht mehr so hell, nicht mehr so schön. Mein Licht wird langsam trübe, es wird grau. So grau wie unsere Zimmerdecke.

„Was machst du da?“

Ich sterbe. Ich liege auf dem Rücken und lasse meinen Körper langsam in die Unendlichkeit des Seins eintauchen, damit sie mich aufnehmen kann, verschlingt, zermahlt und nie wieder ausspuckt.

Sie kniet sich neben mich, streicht mir über die Stirn.

„Alles okay?“

Ich fühle mich gut. Nun, da ich sterbe. Ich lasse los. Nie war ich so leicht.Ich kann fliegen. Durch die Unendlichkeit. Die Unendlichkeit der Zeit, die Unendlichkeit des Raumes. Die Unendlichkeit meines Geistes.

Wenn ich Jahrhunderte durch meinen Geist treiben könnte, würde ich einen Endpunkt finden?

Die Unendlichkeit hat mich gefangen, meinen Blick, meine Gedanken, meine Stimme dringt nicht durch das dichte imaginäre Blattwerk, dass mein Bewusstsein aufgebaut hat.

Ich treibe.

Hoffentlich haben Sie einen angenehmen Flug, bitte schauen Sie sich in Ruhe um, wir haben alle Zeit der Welt. Wenn Sie nach links gleiten wollen, sagen Sie einfach Bescheid, wir tun unser Möglichstes, Ihnen eine angenehme Existenz zu bieten.

Noch nie war ich so glücklich.

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