Lieber Thomas,

 

ich hörte von deiner prekären Lage. Ich weiß nicht genau, ob man in solch einer Situation Beileid oder Glück, Durchhaltevermögen oder sonst was wünscht, aber du weißt, dass ich mit meinen Gedanken bei dir weile, ja?

 

In den letzten Tagen ist so einiges passiert. Aber nichts ist von Bedeutung. Denn nichts verändert diese Welt nachhaltig. Alles befindet sich im einfachen Lauf und niemand schaut zurück.

 

Ach, Thomas, mein Thomas.

Wie lang ist es her, dass du weggingst? Hast du eigentlich zurück geschaut, als ich dir winkte?

Hast du den Arm zum Abschied gehoben? Oder zum Wegwischen der Tränen?

 

Es ist so dunkel geworden in der letzten Zeit. Die Leute schweigen. Sie reden zwar viel, sagen aber nichts. Manchmal schweigen sie sich sogar wirklich an.

Was hätten wir für einen Spaß, wärest du hier!

Wie einstmals würden wir nachts durch die Straßen streifen, das Laternenlicht zur Sonne erheben.

 

Ach, Thomas, was vermisse ich die alten Zeiten.

Alles ist anders.

Ob es besser ist, kann ich nicht sagen. Aber anders. Das ist es auf jeden Fall.

 

Mein Thomas, falls diese Nachricht dich erreicht, so antworte nicht gleich.

Antworte, wenn es dein Leben zulässt.

 

In der Ferne hebt sich das Grau der Hochhäuser nicht vom Grau des Himmels ab. Hätte ich eine Kamera, die meine Gedankenbilder photographieren könnte, machte ich ein neues Album. Jeden Tag aufs Neue.

Ich wäre Gedankenphotograph.

 

Auf bald, mein Thomas.

Dein A.

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