A.,

lass diese Briefe.

Suche nicht nach mir. Jedesmal, wenn du mir schreibst, kommen sie mir ein Stück näher.

Ich will nicht, dass sie mich finden. Finden sie mich, holen sie dich.

Dies ist die einzige Nachricht, die ich dir schreibe. Jede weitere schreibe ich in den Sand, der von den Wellen wieder glatt gespült wird.

Ich will nicht, dass sie dich finden, ich will nicht, dass sie mich finden. Die Dinge, die ich tat, tat ich aus Überzeugung. Ich machte nichts, was nicht jeder andere in meiner Situation auch gemacht hätte.

Sie waren – weiß Gott – nicht schön. Nicht ehrlich. Und nicht ehrbar. Aber ich habe sie getan. Sie mussten getan werden. Von dir? Von jemand anderem? Niemand tat, was ich tat. Niemand befreite die Seelen der Leidenden. Wenn man den Druck vom Wasser nimmt, schwimmt es frei dahin.

Was ich tat, tat ich mit Stolz. Aber du wirst es nicht verstehen. Du bist nicht ich. Warst es nie, wirst es nie sein.

A., ich hoffe, ich habe deinen Druck verschwinden lassen können.

Suche nicht nach mir. Du wirst mich nicht finden. Sie werden mich nicht finden. Ich werde im Schatten warten, wachen. Bis man mich braucht. Als Beschützer. Als Retter. Wie zuvor. Wie immer.

Vergiss mich. Und behalte mich als deinen Befreier in Erinnerung. Nicht, was sie dir weismachen wollen.

In Liebe

Thomas

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s